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RSSPrint

Gottesdienst an Jubilate

Sonntag, 3. Mai 2020 :: 11.00 Uhr

Jauchzet Gott, alle Lande! [Psalm 66,1]

Wir werden an diesem Sonntag wieder einen Gottesdienst Zuhause feiern. Den Predigtleseplan werden wir hier zum Download (PDF 1,2MB) bereitstellen, wer online mitfeiern möchte, kann hier bleiben.

Monatsspruch
"Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat." 1. Petrus 4,10

Wochenspruch
"Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden." 2. Korinther 5, 17

Predigttext
„Im Gespräch mit Frau Weisheit" Johannes 15, 1 - 8

Predigt
Gabriele Wuttig-Perkowski

Die Bibeltexte können Sie unter dem Link in den verschiedenen Bibelübersetzungen lesen. Haben Sie die Seite geöffnet, dann ist rechts oben dazu eine Möglichkeit, statt "Luther 2017" aufzuschlagen, Ihre persönlich gewählte Ausgabe zu nutzen.

Quelle für die Bibeltexte: www.bibleserver.com

Bitte schauen Sie wieder vorbei, wir ergänzen diese Information laufend.

 

Gottesdienst an Jubilate

„Freude und Leben in Fülle“ :: Johannes 15, 1 - 8

Sonntag, 3. Mai 2020 :: 11 Uhr

Begrüßung

Herzlich willkommen zum Gottesdienst aus Patmos am Sonntag Jubilate. Es ist der dritte Sonntag nach Ostern. Wir feiern die Auferstehung Jesu, den Sieg des Lebens über den Tod. Grund zum Jubel und zur Freude: Jauchzet Gott, alle Welt!

Wir feiern im Namen Jesu, dem Grund unserer Freude. Amen

Die Freude an der Schönheit der Schöpfung erklingt im ersten Lied,
das wir miteinander singen:

Worte aus Psalm 66

Jauchzet Gott, alle Lande!
Lobsinget zur Ehre seines Namens;
rühmet ihn herrlich.
Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!
Deine Feinde müssen sich beugen
vor deiner großen Macht.
Alles Land bete dich an und lobsinge dir,
lobsinge deinem Namen.
Kommt her und seht die Werke Gottes,
der so wunderbar ist
in seinem Tun an den Menschenkindern.
Er verwandelt das Meer in trockenes Land,
sie gingen zu Fuß durch den Strom;
dort wollen wir uns seiner freuen.
Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,
seine Augen schauen auf die Völker.
Die Abtrünnigen können sich nicht erheben.
Lobet, ihr Völker, unsern Gott,
lasst seinen Ruhm weit erschallen,
der unsre Seelen am Leben erhält
und lässt unsre Füße nicht gleiten.
Amen

Eingangsgebet

Gott, wir kommen zu dir mit unserem Dank über die Schönheit deiner Schöpfung mit unserer Freude am neu Erwachen der Natur. Wir kommen zu dir mit unserer Ungeduld und der Sehnsucht nach unbeschwertem Leben. Wir kommen zu dir mit unserer Sorge um Menschen, die uns am Herzen liegen, mit unserer Ungewissheit vor dem, was vor uns liegt.

In der Stille bringen wir vor dich, was wir auf dem Herzen haben.

Stille

Gott, hol uns heraus aus unserer Dunkelheit,
dass wir die Fülle des Leben erkennen,
die du uns in Jesus schenkst.
Amen

SiJu 143 Meine Hoffnung und meine Freude (2x)
eingesungen von Jinyoung Woogt

Gespräch mit Frau Weisheit - Lesung und Predigt Johannes 15, 1 - 8

Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner.
Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg;
und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.
Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
Bleibt in mir und ich in euch.
Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst,
wenn sie nicht am Weinstock bleibt,
so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht;
denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt,
und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.
Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben,
werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.
Darin wird mein Vater verherrlicht,
dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Predigt - Eine Begegnung mit Frau Weisheit:
(Johannes 8, 1 – 15)

Frau Weisheit (eine Stimme) fragt:
Wie macht ihr das?
Solange keine Gottesdienste in der Kirche.
Kein Treffen, kein Singen, keine Gemeinschaft.
Fehlt euch das nicht?

Predigerin: Ja, schon. Das ist jetzt schwer. Vor allen Dingen, weil ich nicht weiß, wie lange wir auf Abstand miteinander leben müssen. Immerhin: in den letzten Tagen ist vieles gelockert geworden. Auch Gottesdienste in der Kirche können wir bald wieder feiern.

Frau Weisheit: Das ist doch ein Lichtblick.

Predigerin: Ich weiß, und trotzdem bleibt die Ungewissheit. Von einem normalen Leben sind wir weit entfernt. Der Virus ist immer noch da. Er bleibt gefährlich. Gottesdienste in der Kirche erfordern ein strenges Hygienekonzept. Wir müssen die Namen aller Teilnehmenden notieren und aufbewahren, es braucht Masken und Abstand. Gesungen werden darf nicht. In Patmos passen unter diesen Bedingungen genau 39 Menschen in die Kirche.

Frau Weisheit: Aber ist es nicht trotzdem schön, wenn sich die Gemeinde wieder sehen kann und zusammen betet und feiert?

Predigerin: Ja, das stimmt. Wie ist es eigentlich mit dem Glauben in dieser Zeit? Was denkst du, was hilft uns, wenn wir nicht in der Kirche wie gewohnt feiern können?

Frau Weisheit: Ja, da fragst du die richtige. „Ich tue meinen Mund auf in der Gemeinde, und rühme mich angesichts der göttlichen Macht. Ich ging aus dem Munde des Höchsten hervor und wie Wolken umhüllte ich die Erde ... Das Rund des Himmels umkreiste ich allein und in der Tiefe der Abgründe wanderte ich umher.“ (Sir 24, 3 – 6)

Predigerin: Du bist die Weisheit, Frau Weisheit, die von Anbeginn der Schöpfung an da war?

Frau Weisheit: Ja, genau: „Ich erwarb Macht über die Wogen des Meeres und über alles Land und über jedes Volk und jede Nation. Bei ihnen allen suchte ich einen Ort der Ruhe und in Jakob schlug ich mein Zelt auf. Vor aller Zeit, am Anfang erschuf mich Gott, bis in Ewigkeit werde ich nicht vergehen.“ (Sir 24, 6 – 8 i. A.)

Predigerin: Du hast kein geringes Selbstbewusstsein.

Frau Weisheit: Ich bin die Weisheit.

„Ich brachte wie ein Weinstock anmutige Triebe hervor,
und meine Blüten wurden zu prächtigen und reich tragenden Früchten.
Kommt her zu mir, die ihr mich begehrt, und sättigt euch an meinen Früchten.“
(Sir 24, 17 – 19)

Predigerin: Du klingst wie Jesus im Johannes-Evangelium, wo er sagt:

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht;
denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Frau Weisheit: Ja, denn wie Jesus war ich vor aller Zeit bei Gott. In seiner Weisheit findest du auch mich.

Predigerin: Interessant.

Frau Weisheit: Wusstest du das nicht? Und da hast du auch deine Antwort auf die Frage: Was trägt euch im Glauben – gerade in dieser Zeit. Die feste Verbindung, die die Früchte mit dem Weinstock haben. Der Weinstock versorgt die Früchte mit allem, was sie brauchen. Wenn die Verbindung verloren geht, verdorren die Reben, die Früchte wachsen nicht. Das ist wie bei einer Dürre. Die habt ihr doch gerade in eurem Land. Ihr seht es an den Bäumen, an den trockenen Zweigen ohne Blätter. Gott kümmert sich nicht nur um den Weinstock, sondern auch um die Früchte: Er sorgt dafür, dass die Reben reiche Früchte tragen – durch sein Wort. So sagt es Jesus:

Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner.
Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg;
und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.

Predigerin: Also durch sein Wort sind wir mit ihm verbunden, gereinigt. Mmh. Keine schöne Assoziation, die sich mit dem Wort „rein“ verbindet. Aber als Kräftigung, das Vertrauen auf Gott nicht zu verlieren, kann ich es hören. Gottes Wort „reinigt“ mich, stärkt mich im Glauben, trägt Frucht in mir.

Spannend finde ich, dass Jesus das Bild vom Weinstock, den Reben und den Früchten verwendet. Der Weinstock ist ein Kulturgut. Er muss umsorgt und gepflegt werden. Und seine Früchte, die Weintrauben stehen für Lebensfreude und Genuss. Sind wir ein Genuss für Gott?

Frau Weisheit: Ja, natürlich. Die ganze Schöpfung hat Gott zur Freude geschaffen und den Menschen als sein Ebenbild – als Gegenüber. Ihr sucht Gott in der Schönheit der Natur – in ihren Wundern. Und Gott sucht euch, immer wieder neu. In Jesus begegnet Gottes Wort den Völkern. Ihr habt ihn so kennengelernt. Vertraut auf seine Worte, bleibt in ihm. Das sagt er selbst:

Denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt,
und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

Predigerin: Heißt das: Ohne Jesus können wir nicht leben? Ist das nicht ein grausames Bild? Wie oft wurde es von Mächtigen gegen Menschen gewandt, die nicht nach deren Vorstellungen lebten – auch in der Kirche.

Frau Weisheit: Ja, auch das Wort Gottes wird missbraucht, wo Menschen eigene Macht damit stärken wollen. Glaub mir, von mir, der Weisheit, sind sie da weit entfernt.

Predigerin: Ja, das verstehe ich.

Frau Weisheit: Wirklich? Dann verstehst du auch, dass es hier um die enge Verbindung der Glaubenden mit Jesus geht, um deine Verbindung mit Gott. Ihr bildet als Gemeinde eine Gemeinschaft zum Leben und zur Freude und es ist existentiell für euch mit dem Weinstock in Verbindung zu bleiben. Sonst verdorrt ihr, verliert euer Leben und eure Freude. Und so fest verbunden mit Jesus tragt ihr Früchte – tragt Gottes Liebe in die Welt mit eurem Handeln.

Predigerin: Und geht das auch auf die Entfernung, in der wir jetzt leben müssen?

Frau Weisheit: Sag du es mir. Glaubst du, Menschen können ihr Vertrauen auf Gott nur in der gewohnten Form in der Gemeinde leben und feiern?

Predigerin: Da fragst du was. Natürlich ist es schöner, wenn wir uns im Vertrauten bewegen. Menschen treffen, die wir kennen. Aber du hast Recht: vieles passiert auch in der Distanz: Die Gebete füreinander, sie gehen um die Welt; die Telefonate zwischen den Mitgliedern in der Gemeinde, Einkaufshilfen, das Wort Gottes verkündet – auf so vielen Wegen – auch im Internet. Und die Unterstützung der Menschen, die unter viel schlechteren Bedingungen leben müssen.

Frau Weisheit: Da seid ihr schon wieder bei mir – der Weisheit. Oder bei Jesus:

Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben,
werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.
Darin wird mein Vater verherrlicht,
dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Fast ein Schlusswort. Und doch noch ein letzter Anstoß: Können wir um alles bitten und es wird uns erfüllt, wenn wir nur richtig glauben? Daran verzweifeln doch viele, dass ihre Gebete nicht erhört werden, wie sie es sich wünschen.

Frau Weisheit: Nimm nicht nur den Halbsatz, sondern den ganzen. Es geht darum, was euch im Glauben möglich ist. Wie ihr im Vertrauen auf Gott in die Welt hinein wirken könnt mit eurem Tun und sie so menschenfreundlich gestaltet. Darin verherrlicht ihr Gott, euch und ihm zur Freude.

So, jetzt muss ich los. Ich bin viel gefragt, gerade in diesen Tagen. Und vergesst nicht: „Die Erinnerung an mich ist süßer als Honig. Die mich essen, hungern nach mehr, die mich trinken, dürsten nach mehr. Wer auf mich hört, wird nicht zuschanden werden.“ (Sir 24, 21-22)

Predigerin: Das wäre ein neues Thema. Jetzt mach’s gut, Frau Weisheit. Danke für deinen Besuch. Und danke für die Freude, an die du uns erinnerst. Hoffentlich bis bald!

EG 432 Gott gab uns Atem
eingesungen von Jinyoung Woogt

Fürbitte :: Vater unser :: Segen

Lasst uns unsere Freude und unseren Jubel vor Gott bringen.
Gott, wir freuen uns über das Leben,
das du neu hervorbringst,
in Jesus,
in unserer Hoffnung
in unserem Leben.

Wir bitten dich
für die Menschen,
die vom Dunkel umfangen sind,
weil ihre Zukunft ungewiss ist
und weil sie nicht wissen, was kommt.
Lass sie nicht allein.

Wir bitten dich
für die Menschen,
die in diesen Tagen für andere sorgen,
für sie einkaufen und mit denen in Verbindung bleiben,
die allein sind.
Lass sie nicht müde werden.

Wir bitten dich
für die Familien,
die in diesen Tagen vieles schultern müssen,
schenke ihnen einen Blick
für die schönen Momente in ihrem Zusammenleben.

Wir bitten dich für die Menschen,
die Verantwortung tragen in der Politik, in der Medizin,
schenke ihnen Weisheit
für das Leben in unserem Land und in Europa zu wirken
und die Welt nicht aus dem Blick zu verlieren.

Wir bitten dich für die Menschen,
deren Namen wir dir in der Stille nennen.

Stille

Bewahre sie in deiner Liebe.

Gemeinsam beten und sprechen wir:
Vaterunser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen

Segen
Gott segne und behüte dich.
Er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.
Amen

SiJu 132 Freunde, dass der Mandelzweig
eingesungen von Jinyoung Woogt
Vielleicht möchten Sie nun noch eine Kollekte geben?

Gottesdienste finden zur Zeit anders statt als gewöhnlich – telefonisch digital oder per Post und auf vielen anderen Wegen. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Einrichtungen und Projekte, die auf Kollekten angewiesen sind. Die Landeskirche und die Gemeinde sind dankbar für jeden Betrag, der als Spende diese Projekte erreicht. Die Projekte für den jeweiligen Gottesdienst können Sie dem Projektenplan entnehmen.

Hier ist die Kontonummer der
Ev. Patmos-Gemeinde

Evangelische Bank
IBAN: DE 3152 0604 1000 0390 9808
IBAN: DE31520604100003909808 (zum Kopieren)

Kontoinhaberin: Ev. Patmos-Gemeinde, Berlin-Steglitz

Bleiben Sie behütet.
Ihre Gabriele Wuttig-Perkowski

Letzte Änderung am: 22.05.2020