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RSSPrint

Gottesdienst an Misericordias Domini

Sonntag, 26. April 2020 :: 11 Uhr

Wochenspruch
"Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir;und ich gebe ihnen das ewige Leben" | Johannes 10,11a.27-28a

Predigttext
"Von der Barmherzigkeit Gottes"

Predigt
Gabriele Wuttig-Perkowski & Teamer

 

Die Bibeltexte können Sie unter dem Link in den verschiedenen Bibelübersetzungen lesen. Haben Sie die Seite geöffnet, dann ist rechts oben dazu eine Möglichkeit, statt "Luther 2017" aufzuschlagen, Ihre persönlich gewählte Ausgabe zu nutzen.

Quelle für die Bibeltexte: www.bibleserver.com

Bitte suchen Sie sich einen ruhigen Platz und nehmen Sie den Gottesdienstplan zur Hand oder bleiben Sie hier online. Sie hören die eingespielten Lieder von unserer Kantorin Jinyoung Woogt.

Der Download steht hier zur Verfügung (PDF ca. 1,5 MB). Bleiben Sie hier, dann beginnt der Podcast hier ...

"Von der Barmherzigkeit Gottes"

Lieder sind eingesungen von Jinyoung Woogt

Begrüßung

Herzlich willkommen zum Gottesdienst aus Patmos. Heute begrüße ich besonders die Konfirmandinnen und Konfirmanden. Wir sind miteinander verabredet, weil euer Konfirmandentag ist. Nicht nur in diesem Jahr sind wir in besonderer Weise auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen. Vor 75 Jahren eroberte in diesen Tagen Ende April die Rote Armee Steglitz, Zehlendorf und Teltow. Damit endete für die Bewohner dieser Bezirke Krieg und Terror der Nationalsozialisten. Auch daran erinnern wir uns heute, dankbar für den Frieden, in dem wir leben.

Wir feiern im Namen Gottes, der unser Friede ist.

Lied: SJ 100 Du bist da

Wir beten mit den Worten des 23. Psalmes in einer Übertragung von H.Oosterhuis. Die vertrauten Worte klingen so noch einmal neu.

Nach Psalm 23

Du mein Hirte? Nichts würde mir fehlen.

Führ mich zu blühenden Weiden,
lass mich lagern an strömendem Wasser,
dass meine Seele zu Atem kommt,
dass ich die rechten Pfade wieder gehen kann
dir nach.

Du mein Hirte? Nichts soll mir fehlen.

Muss ich in den Abgrund, die Todesschlucht,
dann packt mich Angst – bist du mir,
werde ich nicht sterben vor Angst.
Du hast den Tisch schon gedeckt – meine Spötter
wissen nicht, was sie sehen:
dass du meine Füße wäschst, sie salbst mit Balsam,
mir einschenkst, trink nur, sagst du.
Nichts wird mir fehlen.
Lass es so bleiben, dieses Glück,
diese Gnade, all meine Lebenstage.
Dass ich bis ans Ende meiner Jahre
wohnen werde in deinem Haus.

Du mein Hirte, nichts wird mir fehlen.

 

Eingangsgebet

Gott, ich komme heute morgen zu dir,
dankbar für Frieden auch in schwierigen Zeiten.
Ich komme zu dir mit meiner Ungeduld,
endlich wieder unbeschwert
und ohne Corona-Einschränkungen leben zu können.
Ich komme auch mit meiner Sorge,
was kommt noch auf uns zu?

In der Stille sagen wir Gott,
was wir auf dem Herzen haben.

Stille

Du mein Hirte, nichts wird mir fehlen.

Amen

Lied SJ 143: Meine Hoffnung (2x)

Lesung: Johannes 10, 11a. 27 – 28a

Ich bin der gute Hirte.
Meine Schafe hören meine Stimme.
Ich kenne sie, und sie folgen mir.
Und ich gebe ihnen das ewige Leben.

Predigtgespräch

Gabi: Ich eröffne unser Videotreffen. Wer ist denn schon da?

Verschiedene Teamer melden sich mit Namen

Gabi: Das sind noch nicht alle, aber wir fangen schon mal an. Die anderen kommen ja vielleicht noch dazu. Ich bin froh, dass es diesen Weg gibt, jetzt wo wir uns nicht persönlich treffen können. Die Konfirmation ist ja schon verschoben und es ist noch nicht mal sicher, ob sie in diesem Jahr noch stattfinden kann.  

T: Krass. Was machen wir denn dann in der Zwischenzeit?

Gabi: Na, solche Treffen hier. Ihr trefft euch doch in der Jugendgruppe auch freitags mit Skype zum Essen. Das können wir mit den Konfis auch machen. Habt ihr alle was zu essen da?  

T1. Ich hab heute Hamburger bestellt!

T2. Bei mir gibts Nudeln mit Ketchup.

Alois: Mmh, lecker. Aber sag mal, was machen wir denn jetzt?

Gabi: Heute ist der Sonntag von der Barmherzigkeit Gottes. Es geht dabei um den „Guten Hirten“. Das ist ein Bild für Gott. Und Jesus sagt von sich: „Ich bin der gute Hirte.“ Könnt ihr mit diesem Bild etwas anfangen?

T: Äh? Was ist das für eine Geschichte noch mal und wo steht das in der Bibel?

Gabi: Es gibt einen Psalm, oder besser gesagt ein Lied in der Bibel über den guten Hirten. Das ist der 23. Psalm:

“Der Herr ist mein Hirte.
Mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.”

T: Was ist denn das für eine komische Sprache?

Gabi: Ja, es ist ein uraltes Lied. Vor 3000 Jahren wurde es gedichtet von König David, sagt man.

Salome: So ging es uns, wenn wir mit Jesus zusammen waren. Er hat für uns gesorgt. Wir haben uns einfach wohl gefühlt bei ihm. Mit ihm haben wir viele Leute kennengelernt. Das war spannend. Er hat uns erquickt.

T: Wer ist das denn? Kennt ihr die?

Salome: Ich bin Salome. Ich war eine Freundin von Jesus. Und wer seid ihr? Warum interessiert ihr euch für den Hirten?

T1: Wir sind Teamer aus der Kirchengemeinde Patmos. Für uns ist das gerade eine schwierige Zeit, weil wir uns nicht treffen dürfen und nur über Videochat verständigen können.

Thomas: Ja wir haben auch in einer schwierigen Zeit gelebt, wo es auch schwer war an dem festzuhalten, was einem Halt gibt bzw. was einem gut tut.

T: Wer bist du denn?

Thomas: Ich bin Thomas. In eurer Bibel wird auch von mir erzählt. Ich war einer der Auferstehungszeugen.

T2: Aha. Erstaunlich, wer heute hier alles dabei ist. Aber hattet ihr nicht Jesus bei euch, der für euch gesorgt hat, wie der Hirte, von dem wir gerade sprechen? Der Hirte hat sein ganzes Leben den Schafen gewidmet und würde sie niemals im Stich lassen, so wie Jesus sein Leben für unsere Sünden gegeben hat.

Maria: Das stimmt wir hatten zwar den Retter auf Erden, aber trotzdem gab es z.B. gesellschaftlich ganz andere Schwierigkeiten. Die Frauen hatten kein Mitspracherecht und auch wenn ich Jesus gefolgt bin konnte ich keine Jüngerin werden und die Wunder, die ich erlebt und mitbekommen habe wurden mir nicht geglaubt, solange sie nicht von einem Jünger bestätigt wurden. Sowas entmutigt einen natürlich.

Gabi: Und wer bist du?

Maria: Ich bin Maria. Ich stand unter dem Kreuz, als die Männer alle weggerannt sind und sich versteckt haben. Und mir ist Jesus als erster begegnet. Aber die Männer haben mir nicht geglaubt.

Gabi: Das ist natürlich krass, dass es früher schon immer Schwierigkeiten gab, mit denen man kämpfen musste, wenn es um Glaubensfragen ging, aber Jesus ist doch trotzdem in unseren Herzen und immer bei uns, auch wenn er jetzt nicht mehr in menschlicher Gestalt auf Erden ist.

Petrus: Ja und es hilft immer Jesus als festen Freund zu haben und ihn als guten Hirten an seiner Seite zu haben. Durch Jesus habe ich immer Stärke und Kraft bekommen und habe die Gemeinschaft genossen, die durch meinen Glauben an ihn entstand. Ach, und bevor ihr fragt: Ich bin Petrus. Mich kennt ihr ja aus der Bibel.

Salome: Genau sein Stecken und Stab trösten mich zu jeder Zeit.

T1: Die Sprache ist immer noch komisch, aber jetzt verstehe ich den Sinn dahinter.

T2: Es ist wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass wir auch in diesen schwierigen Zeiten nicht alleine sind und Jesus und die daraus entstandene Gemeinschaft immer zu uns stehen und bei uns sind, wodurch wir neue Kraft schöpfen können.

Alois: Gemeinschaft zu haben ist was Tolles. Jesus ist bei uns egal in welcher Form wir beisammen sind und so konnten sich auch mal andere Leute dazu gesellen.

Maria: Ja richtig cool zu sehen, was ihr so in Patmos macht.

Thomas: ja haha

Salome: schön dass wir uns zu euch gesellen durften

Petrus: Gottes Segen!

T1: Ja, tschüs. Das ist ja “mega-cool”. Ich dachte immer, als Christen haben wir eine Gemeinschaft mit Jesus, und jetzt sich sogar seine Freunde bei uns gewesen. Das hätte ich mir nicht vorstellen können. Aber ich habe trotzdem noch eine Frage. Wie ist das eigentlich mit Corona und den Menschen, die jetzt Angst haben oder krank sind? Hat der gute Hirte da nicht aufgepasst?

T2: Ja, das interessiert mich auch. Warum passiert so was?

Gabi: Warum so etwas passiert, kann ich euch auch nicht sagen. Darüber gibt es viele Spekulationen, woher das Virus gekommen ist. Das werden wir vielleicht später erfahren. Aber das ist auch nicht so wichtig. Wichtiger ist, wie wir uns davor schützen können. Und was wir dagegen tun können. Aber was meint denn ihr, hätte Gott als der “Gute Hirte” das nicht verhindern können?

Alois: Steht das nicht auch in dem Psalm? Warte, ich les das mal vor:

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.

T: Ich stell mir immer vor, dass Gott - also der Gute Hirte in diesem Fall - uns vor Bösem beschützt, also in dem Sinne, dass uns nichts passiert.  Aber das steht da gar nicht. 

T2: Stimmt. Da steht, dass er im Unglück bei uns ist und uns tröstet. Es gibt also das Unglück. Aber wir sind nicht allein darin. Das habe ich doch vorhin schon gesagt. Gott ist bei uns, wenn wir traurig oder verzweifelt sind.

T1: Ja, entschuldige.

Gabi: Jesus hat von sich gesagt: Ich bin der “Gute Hirte”. Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie und sie folgen mir. Er hat also nicht nur sein Leben für uns gelassen, sondern zeigt uns, wie wir leben können. Und sein Wort gilt in unserer Zeit. Was hilft in dieser Zeit zum Leben?

Alois: Natürlich die Suche nach einer Medizin oder Impfung, auch damit wir uns wieder “richtig” treffen können, nicht nur im Videochat. Aber eigentlich ist es doch viel mehr.

T2: Aber wenn ich endlich wieder mit meinen Freunden zusammen sein kann, finde ich das schon viel. Sogar zur Schule würde ich gern wieder gehen, einfach um alle zu treffen.

T1: Ja, geht mir auch so.

Gabi: Das verstehe ich gut. Im Psalm heißt es:

Du bereitest mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

Miteinander essen und feiern können, das ist für uns auch im Konfer wichtig. Aber da ist noch mehr. Die Gemeinschaft gibt uns auch Freiheit im Hören auf die Stimme Jesu, also auf sein Wort in der Bibel, Entscheidungen für unser Leben zu treffen. Wir können also darüber nachdenken, was gerade jetzt wichtig ist und wie wir Verantwortung füreinander übernehmen können. Aber lasst uns das ein ander Mal besprechen. Jetzt haben wir genug geredet.
Tschüß - und bleibt behütet!

T: Tschüß
Alois: Ja, tschüs. Bis bald!
T1: Tschüüs

EG 432: Gott gab uns Atem

Fürbitte

Gott, wir bitten dich für alle,
die im Abgrund, im dunklen Tal sind
und nicht wissen, wie es weiter gehen wird.

Für die Kranken,
die wegen Corona jetzt auf notwendige Behandlungen verzichten
Für Geflüchtete in unserer Stadt,
die nicht wissen, wie lange sie noch auf ein Verfahren und Anerkennung warten müssen.
Für die Familien,
dass sie die Geduld miteinander bewahren.
Für Alleinstehende,
dass sie vor Einsamkeit bewahrt werden.
Wir bitten dich für alle,
die in diesen Tagen Prüfungen zu bestehen haben.
Erquicke ihre Seele.
Wir bitten dich für alle, die Verantwortung tragen
Stärke sie in ihrem Suchen nach Wegen durch die Krise.
Wir bitten dich für deine Kirche,
dass wir trostvoll und zuversichtlich bleiben.
Wir nennen dir die Namen derer in der Stille
für die wir dich jetzt bitten.

Stille

Decke du unseren Tisch und schenke uns voll ein
denn in deinem Haus wollen wir bleiben jetzt und jeden Tag.

Vaterunser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von dem Bösen
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen

Segen

Gott segne und behüte dich. Er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

SiJu 132 Freunde, dass der Mandelzweig

Rückmeldung zum Gottesdienst

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Letzte Änderung am: 07.06.2020