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RSSPrint

Sonnabend, 4. April 2020

Pfarrerin Gabriele Wuttig-Perkowski

Liebe Freundinnen und Freunde von Patmos,
liebe Nachbarinnen und Nachbarn,

am Sonntag feiern wir Palmsonntag.

Das Fest, wo Jesus unter dem Jubel seiner Anhänger auf einem Esel in Jerusalem einzieht. Es ist der Auftakt zur Woche vor dem Osterfest, die in diesem Jahr ganz anders ist, als sonst. Kein schön gedeckter Tisch in der Kirche für die Tischabendmahlsfeier am Gründonnerstag, kein leerer Altar am Karfreitag in der stillen Kirche kein Osterfrühstück mit festlichem Gottesdienst am Ostersonntag.

Vieles ist anders in diesem Jahr. Vielleicht bringt uns diese ungewöhnliche Zeit dem Erleben der Jünger und Jüngerinnen näher?

Die Spannung, was geschehen wird, dort in Jerusalem, wenn Jesus für alle erkennbar wird? Was erwartet uns in den nächsten Tagen und Wochen? Wie lange wird es dauern, bis wir wieder unser ganz normales Leben führen können? Und dazwischen erleben wir Alltag - müssen ganz alltägliche Konflikte aushalten oder besser noch lösen - wenn auch unter erschwerten Bedingungen.

Aus der Ferne begleiten wir Sie mit unseren Gedanken und Gebeten und mit verschiedenen Angeboten die Osterzeit mit liturgischen Spaziergängen und Gottesdienstfeiern für Zuhause.

Für den Palmsonntag finden Sie einen Gottesdienst als Podcast.

Ich wünsche Ihnen viel Freude damit!
Bleiben Sie behütet!
Herzliche Grüße Ihre Gabriele Wuttig-Perkowski

Freitag, 20.03.2020

Pfarrerin Gabriele Wuttig-Perkowski

Liebe Freundinnen und Freunde der Patmos-Gemeinde,
liebe Nachbarinnen und Nachbarn,

in diesen Tagen sind wir alle herausgefordert. In der Gemeinde wurden die Veranstaltungen abgesagt. Im privaten Bereich bedrängt mich die Frage: Was kommt in den nächsten Tagen und Wochen auf uns zu? Erst langsam sickert ins Bewusstsein, wie grundlegend Vertrautes sich ändern muss. Es betrifft das eigene und das öffentliche Leben.

„Was sagt Gott zu dem Ganzen?“, fragte mich letzte Woche eine Jugendliche. Vielleicht ist im Rückblick eine Deutung des Geschehens möglich, aber da wäre ich vorsichtig. Zu groß ist das Leid Einzelner, als dass ihm nachträglich ein Sinn zugesprochen werden könnte. Die Bibel erzählt in einigen Geschichten vom Leiden der Menschen, für das wir keine Erklärung haben. Das Buch Hiob ist nur ein Beispiel.

Die Geschichten der Bibel erzählen allerdings davon, wie Gott Menschen in schweren Tagen begleitet, für sie da ist in den dunklen Tälern des Lebens, und wie er uns den Tisch im Angesicht der Feinde deckt (Psalm 23). Und sie erinnert an unsere Aufgabe als Menschen, die auf Gott vertrauen: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18). So antwortet der Schriftgelehrte auf die Frage Jesu, was im Gesetz steht über das Leben im Vertrauen auf Gott. (Lukas 10, 27)

Wie Nächstenliebe mit Distanz möglich ist, lernen wir gerade von Tag zu Tag. In der Gemeinde bieten Menschen an, Einkäufe zu erledigen für die, die nicht mehr raus können. Wer hier Bedarf hat, kann uns gern anrufen oder eine E-Mail schreiben. Für Sonntag hat Pfr. i. R. Christian Moest zu einem „Gottesdienst zu Hause“ eingeladen. Sie finden ihn auf unserer Webseite. An jedem Wochentag können Sie um 12 Uhr gemeinsam mit Bischof Stäblein beten. Wie wir Sie als Gemeinde in den Wochen der Passions- und Osterzeit begleiten, veröffentlichen wir jeweils aktuell auf unserer Webseite.

Und noch etwas ist uns wichtig in dieser Zeit, in der viele Menschen Sorgen haben. Die Not der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln und an den Außengrenzen der Europäischen Union. Der Gemeindekirchenrat hat einen Appell an Innenminister Seehofer gerichtet, unbegleitete Kinder und Jugendliche und Familien aufzunehmen, um ihnen Zukunft und Leben zu ermöglichen, gerade auch in der gegenwärtigen Situation.

Wir denken an Sie – kommen Sie gut durch diese Tage und bleiben Sie behütet!

Ihre Gabriele Wuttig-Perkowski

Letzte Änderung am: 04.04.2020