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Kirchenasyl

Fällt beim Kirchenasyl die 18-Monatsfrist?

Symbolbild © pixabay geralt
Die weitaus meisten Kirchenasyle in Deutschland zielen darauf ab, dass das Verfahren in der Bundesrepublik durchgeführt wird, also eine drohende Abschiebung in andere EU-Staaten wie Italien oder Griechenland abgewendet wird. Daher dauerten sie bisher höchstens ein halbes Jahr.

2018 jedoch entschied die deutsche Innenministerkonferenz, den Selbsteintritt bis auf 18 Monate auszudehnen. Mit dieser Linie wichen die Minister von einer mit den Kirchen 2015 getroffenen Vereinbarung ab, was seither bei Kirchenasyl-Aktivisten für anhaltenden Verdruss sorgt.

Der Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts stammt bereits vom 8. Juni 2020, hat aber bisher keine mediale Berichterstattung nach sich gezogen. Die Leipziger Richter wiesen eine Beschwerde des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) ab. Das Nürnberger Amt hatte Revision gegen ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 12. Februar 2020 beantragt und kam damit nicht durch.

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Online-Angebot: Unterbringung im Kirchenasyl

Logo © Asyl in der Kirche
In den letzten Jahren nehmen wir durch die gestiegene Anzahl an sog. „Dublin-Kirchenasylen", aber auch durch die vom BAMF auferlegten „Regeln" eine Vereinheitlichung wahr.

SO, 30.08.2020, 18:00-19:30 :: Tag des Kirchenasyls

Am 30.08.1983 starb in Berlin der 23jährige politische Flüchtling Cemal Kemal Altun. Er sprang während der Gerichtsverhandlung aus Angst vor der Abschiebung in die Türkei aus dem Fenster des Gerichtssaals. Zuvor hatte er über ein Jahr in Auslieferungshaft gesessen. Seitdem sind viele weitere Menschen als Folge der Abschiebungspolitik Deutschlands zu Tode gekommen, körperlich oder seelisch verletzt worden. Kurz nach Altuns Tod begann das erste Kirchenasyl in der Berliner Heilig-Kreuz-Gemeinde.

Am 30.08.2020 laden wir um 18:00 zum Gottesdienst in die Heilig-Kreuz-Kirche ein. Der Gottesdienst kann auch von Zuhause im Lifestream auf youtube verfolgt werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Kirchengemeinde.

 

Sie haben Interesse teilzunehmen, haben aber dieses Mal keine Zeit? Schreiben Sie uns eine E-mail an info(at)kirchenasyl.de oder rufen Sie uns an: 030 25 89 88 91. [Quelle]



Neues von "weltweit"

Symbolbild pixabay 200degrees
Die Corona-Pandemie verlangt von uns allen einiges ab. Besonders hart getroffen hat es aber auch unsere Ehrenamtlichengruppe "weltweit" und die vielen Geflüchteten, die wöchentlich die verschiedenen Sprachangebote genutzt haben.

Von heute auf morgen mussten die Sprachkurse eingestellt werden, das beliebte Sprachcafé konnte nicht mehr stattfinden.

In den Wochen des Lockdowns gab es mit vielen weiterhin Kontakt über whatsapp oder Skype. Es gab Versuche, Unterricht per Skype anzubieten - einzeln oder in Gruppen. Aber es stellte sich schnell heraus, dass es vielen, vor allem in Gemeinschaftsunterkünften, einfach an technischen Voraussetzungen fehlte, um am Unterricht teilzunehmen.

So gab es vor einigen Wochen einen Spendenaufruf von weltweit, alte, noch funktionstüchtige Laptops zu spenden.

Gesa von weltweit erzählt:
"Mit einem Nachbarn von mir habe ich mich auch darüber unterhalten. Er wusste von einer Schule, die neue Geräte bekommen hatte; die alten landeten im Keller. Wir mussten sie abholen, den Schmutz von Jahren beseitigen. Mein Nachbar übernahm die Technik, neue Festplatten mit kostenlosen Programmen bespielen und einbauen.

In Gruppen von sechs bis acht Personen luden wir Leute aus dem Sprachcafé ein, und sie bekamen eine ausführliche Schulung. Da die alten PCs langsam sind, und nicht alle Interessenten Computerkenntnisse hatten, dauerte das etwa jeweils drei Stunden. Nun ist der dritte Durchgang erfolgt, 21 Geräte wurden an die Frau oder den Mann gebracht. Nach einiger Zeit, vielleicht vier Wochen, wollen wir noch einmal einladen zu einem Treffen. Da sollen dann die, die mit ihrem Rechner gut klarkommen, denen helfen, die Probleme haben.

Es sind Altgeräte, sie erfordern Geduld, aber die ist von Geflüchteten ja trainiert worden in ihrer Zeit hier. Man kann Lernprogramme aufrufen, ins Internet gehen, an Zoomsitzungen teilnehmen. Es eröffnen sich also Möglichkeiten, aktiv zu werden in einer Zeit, in der normaler Unterricht oft noch nicht möglich ist."



Ich habe gesehen, wie hier in der Heilig-Kreuz-Kirche die Tische aufgebaut wurden, die Laptops übergeben wurden und in einer Fortbildung von drei Stunden die Basics erklärt wurden - und das drei Wochen hintereinander. Durch dieses Engagement ist es weiteren 21 Menschen möglich, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern, an Kursen und am nun stattfindenden online-Sprachcafé teilzunehmen.

Auch wenn uns Corona in vielem eingeschränkt hat - es ist toll zu sehen, dass das Engagement ungebrochen weitergeht und sich neue Wege finden lassen, einander zu begegnen und miteinander im Gespräch zu bleiben. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten! [Newsletter]

Kirchenasyl ist keine Rechtsverletzung

Flüchtlinge demonstrieren 2016 im Dom St. Peter in Regensburg und bitten um Kirchenasyl. (© picture-alliance/dpa)
Lesen Sie das Gespräch mit Wolf-Dieter Just: Kirchenasyl hat eine lange Tradition. Wolf-Dieter Just (geb. 1941) ist evangelischer Theologe und gehört zu den Gründungsmitgliedern der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft "Asyl in der Kirche".

Kirchenasyl hat eine lange Tradition.

Trotzdem kommt es darüber regelmäßig zu Spannungen zwischen Kirche und Staat. Lesen Sie, was Wolf-Dieter Just im Gespräch mit der Bundeszentrale für politische Bildung darauf antwortet.

Die Kirche versteht sich als Anwältin für Benachteiligte und Schützerin der Menschenwürde und -rechte aller. Dies kann auch bedeuten, Schutzbedürftigen, denen eine Abschiebung in ein für sie unsicheres Land droht, Kirchenasyl zu gewähren

Das gesamte Dossier können Sie hier lesen ...

Letzte Änderung am: 24.08.2020