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Weltgebetstag 2022

[28.02.2022] Am Weltgebetstag beten wir für die Ukraine und alle, die unter Krieg und Gewalt leiden.

Uns alle erschüttern die dramatischen Bilder und Nachrichten aus der Ukraine – und wir alle haben die Menschen dort in unser Gebet eingeschlossen. Auch am Weltgebetstag beten wir ausdrücklich für die Ukraine und alle, die unter Krieg und Gewalt leiden.

Dazu hat uns von den Verfasserinnen des Gottesdienstes in England, Wales und Nordirland dieser Gebetsvorschlag erreicht. Wir schlagen vor das Gebet bei den Fürbitten zu ergänzen.

Gott der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft,

Unsere Gedanken und Gebete
sind bei unseren Schwestern und Brüdern
in der Ukraine und den umliegenden Ländern
in ihrer Angst und Not.

Wir beten auch für alle anderen Regionen der Welt,
in denen es Konflikte, Unruhen oder Unterdrückung gibt.

Wir beten, dass Versöhnung Hass entwaffnet
Frieden Krieg besiegt
Hoffnung Verzweiflung überwindet,

und dass deine Pläne des Friedens in Erfüllung gehen.

Gott, in deiner Barmherzigkeit:
Erhöre unser Gebet.

Gebetsvideo von Emily Im Gottesdienst zum Weltgebetstag 2022 begegnen wir Emily und erfahren ihre bewegende Geschichte. Auch Emily ist besorgt und erschrocken über die Ereignisse in der Ukraine. In diesem Video betet sie auf Englisch, mit englischen Gebärden und deutschen Untertiteln für den Frieden. „Hold on“ ermutigt sie uns alle – „Halte fest an Gott“.

Gebet von Emily auf YouTube ansehen. [Quelle WGT e. V.]

Weltgebetstag 2022

Banner zum Weltgebetstag 2022 mit Titel „I know the plans I have for you“, Angie Fox, © World Day of Prayer International Committee
Frauen aus England, Wales und Nordirland haben die Gottesdienstordnung verfasst für diesen Höhepunkt der weltweiten Frauenökumene. Gefeiert wird am Freitag, 4. März 2022 - weltweit und auch in Berlin-Steglitz.

„Zukunftsplan: Hoffnung“

So lautet der offizielle deutsche Titel des Weltgebetstages 2022.

Frauen unterschiedlicher, christlicher Konfessionen werden die Gottesdienste zum Weltgebetstag vorbereiten und leiten.

Gott hat gute Pläne für uns!

Im Fokus des Gottesdienstes zum Weltgebetstag 2022 aus England, Wales und Nordirland steht der Brief von Jeremia an die Exilierten in Babylon (Jer 29,11).

„Gott hat einen Plan für uns und der heißt Hoffnung!“, erzählt Irene Tokarski, Geschäftsführerin des Deutschen Weltgebetstagskomitees, „So gerne will ich lernen, diesen Zukunftsplan Hoffnung zu schmieden! In all den scheinbar ausweglosen Situationen, für all die Fragen ohne Antworten, für die ungezählten Absagen, für die verlorenen Freundschaften… Zukunftsplan Hoffnung – das tut not. Die Kraft der Hoffnung gibt uns eine neue Chance, lässt uns über uns hinauswachsen.“

Bald mehr ... auf der Weltgebetstagsseite 2022.

Bildmeditation zum Titelbild - gesprochen von Christiane Fuß

Zusammengestelltes Titelbild „I know the plans I have for you“ des WGT 2022 von Angie Fox | WDPIC
Das Titelbild zum Weltgebetstag 2022 stammt von der britischen Künstlerin Angie Fox und ist eine Stickerei. In ihrem Bild mit dem Titel „I know the plans I have for you“ vereint die Künstlerin verschiedene Symbole für Freiheit, Gerechtigkeit und Gottes Friede und Vergebung.

Titelbild „I know the plans I have for you“ des WGT 2022

Hören Sie, zu welchen Gedanken und Inspirationen die Steglitzer Vorbereitungsgruppe gekommen sind.

Das Audio - eingesprochen von Christiane Fuß aus der Ev. Patmos-Gemeinde - finden Sie auf der Steglitzer Weltgebetstagsseite.

Kurzmeditation nach dem Gedicht 'Mein Weg'

Christiane Fuß hat nach dem Gedicht von Ursula Timmerscheidt ihre Kurzmeditation eingesprochen. Das Gedicht beschreibt den Weg, der auf dem Titelbild sich durch eine offene Tür mit Hindernissen schlängelt.

Weit sind die schweren Türen geöffnet,
die Ketten gesprengt.
Was es auch war,
das mich gefangen hielt,
jetzt ist die Tür auf
und ich kann unter dem Regenbogen
hindurch ins Weite gehen.

Die Kurzmeditation mit etwa drei Minuten finden Sie auf der Steglitzer Seite.

Eröffnungsgebet zum Weltgebetstag 2022

Symbolbild: Kerze in Hand miligerova pixabay
„Gott, unsere Mutter und unser Vater, wir zünden eine Kerze der Hoffnung an. Mit deinem ganzen Volk wollen wir feiern. Voll Zuversicht erwarten und hoffen wir, dass deine Pläne und Verheißungen sich erfüllen.“

Bis zum 4. März finden Sie immer montags und mittwochs internationale Hoffnungs-Geschichten auf den Social-Media-Kanälen bei Instagram, Facebook und Twitter. Und jeden Freitag wartet ein hoffnungsvoller, spiritueller Impuls auf den Weltgebetstag-Seiten und für die Steglitzer Vorbereitungsgruppe auf der Steglitzer-WGT-2022-Seite.

Very british: Teatime mit Scones, clotted cream & Marmelade.

Teatime mit Scones & clotted cream. Bild Foowee pixabay
Zur Teatime dürfen Scones nicht fehlen. Sie schmecken am besten mit "clotted cream" und Marmelade. Dann nennt man das Ganze 'Cream Tea' – very british!

Und bei Scones fällt uns doch sofort eine der gelungensten Serie der gehobenen Kunst unterhaltsamer Kriminalliteratur ein:

Martha Grimes Inspektor-Jury-Reihe.

Martha Grimes ist US-Amerikanerin, aber ihre Krimihelden sind very british. In ihren Krimis zieht es Martha Grimes ins gute, alte England: nach London zu Scotland Yard, vor allem aber in kleine Orte mit Cottages, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, mit sehr eigenen Einwohnern, die dauernd Tee oder gern auch Härteres trinken.

Immer wieder geht es nach Long Piddleton, einem fiktiven Dorf in Dorset: Hier hat ihr Inspektor Richard Jury seinen ersten Fall, und hier lebt auch der sehr vermögende Melrose Plant, ein Adliger, der seinen Adelstitel nicht will, mit Butler, Oldtimern und nerv-tötender Tante Lady Agatha Ardry, die sich selbst auf Ardry End einlädt, vorzugsweise zum Tee mit Scones, die sie mit Orangenmarmelade beladen und einem dicken Klacks extra 'clotted cream' gekrönt in Unmengen verspeistMehr Informationen bei RandomHouse ...

Damit Sie zum Weltgebetstag 2022 Ihre Teezeit sehr british genießen können ...

... bekommen Sie hier das Rezept zum Nachbacken:

Scones (16 Stück)

300 g Mehl
2 EL Zucker
2 TL Backpulver
1∕2 TL Salz
70 g Butter in Stücken, kalt
150 ml Milch
etwas Milch zum Bestreichen

Ofen auf 200 Grad vorheizen. Mehl, Zucker, Backpulver und Salz in einer Schüssel mischen. Butter beigeben, von Hand zu einer gleichmäßig krümeligen Masse verreiben. Milch dazu gießen, rasch zu einem weichen Teig zusammenfügen, nicht kneten.

Teig ca. 2 cm dick ausrollen. Mit einem Ausstecher (ca. 5 cm Ø, z.B. einem Glas) ca. 16 Scones ausstechen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit Milch bestreichen.

Backen: ca. 15 Min. in der Mitte des Ofens.

Scones herausnehmen, auf einem Gitter etwas abkühlen, lauwarm oder kalt servieren.

... und hier das Rezept zum Download.

 

WGT 2022 mit Kindern und Jugendlichen

Symbolbild pixabay Andrew Poynton
Das erwartet euch beim Weltgebetstag aus England, Wales und Nordirland. +++ Am Weltgebetstag wandert ein Gebet einmal um die ganze Welt. Der nächste Weltgebetstag findet am 4. März 2022 statt. Er steht unter dem Titel: „Zukunftsplan: Hoffnung“. Frauen aus England, Wales und Nordirland haben für den Gottesdienst die Geschichte aus der Bibel, die Lieder und die Gebete ausgewählt.

England, Wales und Nordirland liegen auch in Europa deswegen ist dort einiges ähnlich wie bei uns, einiges ist aber auch überraschend anders. Zusammen mit Schottland bilden die drei Länder das Vereinigte Königreich.

Hinweis 01.03.2022: Kleinkindergottesdienst und Jugendgottesdienst

Für den Jugendgottesdienst haben wir dieses Jahr leider keine Autorinnen gefunden. Die Autorin für den Kindergottesdienst musste kurzfristig absagen.

Hier kommt auf alle Fälle das Segenslied für Euch:

Das Segenslied ist das traditionelle Abschlusslied, das am Ende des Tages von allen Kindern gerne gesungen wird. In diesem Jahr singt es der Cantolino Chor der Kirchengemeinde Haddeby.

Refrain: Segen, Gottes guter Segen verbindet unsre Welt. Auf allen unseren Wegen, Gottes gute Hand uns hält.

Strophe 1. Nordirland, Wales und England, besuchen wir dies Jahr. Irisch und walisich und englisch spricht man da.

Strophe 2. Berge, Klippen, Burgen, die gibt es hier zu seh´n. Das Klima bringt viel Regen, die Natur ist wunderschön.

Strophe 3. Hier leben viele Menschen. Wohl aus der ganzen Welt, die Gott, weil er sie lieb hat, in seinen Händen hält.

Strophe 4. Gott spricht zu allen Menschen, macht Hoffnung und macht Mut, verspricht uns eine Zukunft das tut uns allen gut.

Musik: Marus Grohmann; Idee: Bausteine Kindergottesdienst zum Weltgebetstag England, Wales und Nordirland 2022 / Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.

Die Geschichte, die bei Jeremia im Kapitel 29 geschrieben steht, steht für Gedanken des Friedens, für Eure Zukunft und Hoffnung. Hier könnt ihr sie hören:

Für den Weltgebetstag mit Kindern erzählt Susanne Tono den Bibeltext Jer 29,1-14 mithilfe eines Erzählbeutels.

Weltgebetstag 2022 online und bei Bibel-TV

Symbolbild: Gottesdienst im Fernsehen Bild TechLine pixabay
Wir freuen uns sehr, dass der Sender Bibel TV am Freitag, den 4. März 2022 einen Gottesdienst zum Weltgebetstag senden wird. Der 60-minütige Gottesdienst wird um 19:00 Uhr ausgestrahlt.

Zukunftsplan: Hoffnung - Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen aus England, Wales und Nordirland

Dieses Jahr richten Frauen aus England, Wales und Nordirland den Gottesdienst des Weltgebetstages der Frauen aus. Im Fokus steht ein Vers aus dem Buch Jeremia, der an die Israeliten im Exil gerichtet war: "Gott hat einen Plan für uns und der heißt Hoffnung!" (Jer 29,11). Hoffnung trotz auswegloser Situationen und ungezählter Absagen, das ist die Botschaft, die die weltweite Frauenökumene in die Welt tragen möchte. Gottesdienst mit Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache.

Was: Gottesdienst zum Weltgebetstag 2022

Wann: Freitag, 4. März 2022, um 19:00 Uhr

Wo: Sender Bibel TV | Programm des Tages
Wiederholungen: Samstag, 5. März 2022, 14:00 Uhr sowie Sonntag, den 6. März 2022, 11:00 Uhr

Parallel läuft eine große Online-Premiere des Gottesdienstes über den WGT-YouTube-Kanal sowie auf der WGT-Facebook-Seite.

Der Gottesdienst wird umgesetzt in Kooperation mit dem Landesverband Ev. Frauenhilfe in Westfalen. Wir bedanken uns für die großzügige Unterstützung.

Für den Live-Gottesdienst aus der Markus-Gemeinde schauen sie auf der Steglitzer Seite nach.

Solidarität macht den Unterschied

AKD Slider WGT2022 Online-Veranstaltungsangebote
Debora Marschner aus Sheffield im Norden Englands nahm mit Frauen ihrer Gemeinden an Weltgebetstagswerkstätten in Berlin per Zoom teil. Sibylle Sterzik interviewte sie.

Am Freitag, 4. März, feiern ­Menschen in über 150 Ländern der Erde den Weltgebetstag der Frauen aus England, Wales und Nordirland. Unter dem Motto „Zukunftsplan: Hoffnung“ laden sie ein, den Spuren der Hoffnung nachzugehen. Debora Marschner lebt seit fast 10 Jahren in der Stadt Sheffield im Norden Englands. Dort ist sie Pfarrerin der Methodistischen Kirche. Sie nahm mit Frauen ihrer Gemeinden an Weltgebetstagswerkstätten in Berlin per Zoom teil. Was ihr der Weltgebetstag bedeutet, warum ein Generationenwechsel ansteht und was ihr Hoffnung gibt, darüber sprach sie im Interview mit Sibylle Sterzik.

Frau Marschner, wie bereiten sich Frauen in England auf den Weltgebetstag vor?

Das geschieht ökumenisch. In vielen Gemeinden liegt es in der Hand der ganz alten Frauen, die seit Jahrzehnten die Tradition haben, sich den Gottesdienstablauf aufzuteilen. Die methodistische Kirche liest dann Seiten 2–4, die katholische Kirche Seiten 5–7 und die anglika­nische Kirche die Seiten 8–9 der ­Gottesdienstordnung. Daran halten sie fest. Es ist schwer, diese Tradi­tionen zu verändern.

Welche Möglichkeiten sehen Sie für neue Formen?

Durch die Pandemie fanden in den letzten zwei Jahren keine Weltgebetstagsgottesdienste statt, jedenfalls nicht in der bisherigen Form. Das hat alles ein wenig geöffnet und vielleicht bei einigen der älteren Frauen dazu geführt, dass sie nicht mehr mitmachen können oder wollen. Manche sind leider auch gestorben. So ist ein kleines Vakuum entstanden. Das bietet die Möglichkeit, etwas anderes anzubieten. So wird es in diesem Jahr auch sein.

Ein Generationenwechsel bahnt sich an?

Genau. Ich habe jetzt die Chance, in meinen Gemeinden die traditionelle Form etwas aufzubrechen. Bei drei verschiedenen deutsch-eng­lischen Zoom-Veranstaltungen in Berlin war ich eingebunden durch das Amt für Kirchliche Dienste. Auch Frauen aus meinen Gemeinden nahmen teil. So war der Weltgebetstag schon Thema in meiner Gemeinde.

Was machen Sie 2022 anders?

Wir docken den Weltgebetstag beim Mittagstisch an, den wir jeden Freitag anbieten. Da die Liturgie ja aus England, Wales und Nordirland kommt, werden wir ein einfaches Mittagessen mit allen möglichen Speisen „On Toast“ anbieten. Da passt es gut thematisch in das eng­lische Essen. Um 13 Uhr, wenn der Mittagstisch endet, machen wir eine kurze Diashow, eine verkürzte Form des Gottesdienstes und singen zwei ­Lieder. So können wir die Teilnehmenden mit dem Weltgebetstages ­vertraut machen und die Diskussion eröffnen: Wie wollen wir den Weltgebetstag feiern? Wie sind wir verbunden mit Frauen anderen Ländern? Wie können wir ökumenische Begegnungen feiern in einem neuen Kontext und uns nach der Pandemie neu ökumenisch verorten?

Wer kommt zu diesem Mittagstisch und was gibt es zu essen?

Alles von „beans on toast“ (Bohnen auf Toast), verschiedene Eier und Champions, Kaffee und Kuchen. Der Mittagstisch ist offen für alle. Wir haben eine bunte Mischung aus Pensionären, Rentnerinnen und Rentnern. Sie haben sich über diesen Mittagstisch angefreundet und neue Kontakte gefunden. So durchbricht er ihre Alltagsisolation. Er ist auch offen für alle, die nicht arbeiten oder Zeit haben zu kommen.

Wo treffen Sie sich, in der Kirche?

In unserer modernen Kirche gibt es keine Bänke, sondern runde ­Tische und Stühle im Kirchsaal. Wir essen dort, wo wir auch Gottesdienst feiern.

Was bedeutet Ihnen der Weltgebetstag, warum feiern Sie ihn mit?

Ich war immer interessiert, über den eigenen Tellerrand zu gucken. Als Jugendliche, junge Erwachsene und Studentin war er eine gute Gelegenheit, mich in den Gemeinden zu engagieren, wo ich lebte. Mit anderen Frauen zusammenzuarbeiten, war für mich immer eine besonders energiegebende Form der kirch­lichen Arbeit: über Speisen und Bräuche ein Land kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen, Vergleiche zu ziehen zu der eigenen Situation. Und zu merken: Wenn wir ökumenisch arbeiten, verbindet uns viel mehr, als uns trennt. Der Weltgebetstag ist eine große Basisbewegung ... Das Zusammen-Gottesdienst feiern ist eine gute Möglichkeit, um sich besser kennenzulernen an der Basis. Es geht nicht um große kirchliche Handlungen und Abkommen. Wir feiern zusammen, wir ringen ­gemeinsam um die Worte und wir sind eingeladen, ein Fest zu feiern, das andere Frauen in einem anderen Land für uns ausgerichtet haben.

Was können Sie uns über die ­Situation von Frauen in England sagen?

Die Themen sind in der Liturgie eindeutig angesprochen. Das Thema häusliche Gewalt ist hier sehr präsent. Nicht bei den Menschen in meiner Gemeinde, aber in unmittelbarer Nachbarschaft. Im vorigen Herbst hatten wir hier im Ort einen Mord. Der Partner einer Frau tötete sie und die drei Kinder auf furchtbare Weise. Das hat mich sehr mitgenommen. Ich kannte diese Frau als eine andere Mutter in der Schule meiner Kinder.

Wie reagierten die Kirchen?

Es fanden verschiedene Aktionen im Ort statt und wir öffneten die­ ­Kirchen zum Gebet und zum Reden. Nach Ostern laden wir zu einem Trauerworkshop für Eltern ein, bei dem sie lernen können, wie sie Kinder, die trauern, begleiten können.

Welches Thema spielt zudem eine Rolle für die Frauen in England?

Die soziale Gerechtigkeit steht ganz oben auf der Agenda. Das Schlagwort ist gerade „The rising cost of living“ (die steigenden ­Lebenshaltungskosten) durch den enormen Gas- und Ölpreisanstieg. Viele Familien mit Mindesteinkommen stehen häufig vor der Frage: Essen oder heizen? Wenn man ohnehin schon mit einem Fuß am Abgrund steht, wie soll man das entscheiden? Ich finde das sehr bedrückend. Schon während der Pandemie waren viele Familien auf Tafeln angewiesen, jetzt noch mehr. Auch die ­Tafeln rechnen damit, dass immer mehr Leute ihre Essenspakete ­benötigen.

Die Kirchen helfen dabei mit?

Als Kirchen wollen wir helfen und gleichzeitig fühlt es sich an wie ein Tropfen auf den heißen Stein, weil es an der Situation nichts verändert. Da fehlt der politische Wille auch der Regierung, die seit elf Jahren regiert und die sozialen Einsparungen immer weitertreibt. Dabei verliert sie die Schwächsten aus dem Blick.

Welches Thema ist noch wichtig?

Das dritte große Thema ist Disability (Behinderungen) und Diversity (Verschiedenartigkeit). Inklusion ist ein großes Thema. Auch die Frage, was der Unterschied ist zwischen inklusiv und dazugehören? Selbst wenn man ein Gebäude behindertengerecht einrichtet, heißt das ja noch nicht, dass die Menschen mit Behinderung wirklich willkommen sind und ein Teil der Gemeinschaft werden können. Da arbeiten wir in den Kirchen immer noch an einer Veränderung des Bewusstseins. Das bleibt eine Herausforderung. Ich würde diese Frage auch erweitern auf Diversity.

Wie steht die Methodistische ­Kirche dazu?

Die methodistische Kirche hat letzten Sommer endlich die Ehe für alle befürwortet und eingeführt. Trotzdem gibt es da noch große Diskussionen in den Gemeinden und nicht alle sind damit einverstanden. Aber wir lernen mit diesen unterschiedlichen Meinungen zu leben und Konfrontationen auszuhalten.

Warum ist Schottland nicht mit dabei?

Schottland hatte schon ein Weltgebetstagskomitee, bevor die anderen drei Länder eins hatten. Es ist eine historische Entwicklung, dass Wales, Nordirland und England ­zusammenarbeiten und Schottland allein arbeitet. Wie ist die Liturgie entstanden? Auf einer unserer Zoom-Veranstaltungen erzählte Carole Bowne, ein Mitglied des Komitees der drei Bundesländer, dass sie einander durch viele Begegnungen und durch „das zusammen Reisen“ („we travel together“), kennen­gelernt haben. Dabei wurde das Verbindende als auch die unterschiedlichen ökumenischen Einflüsse deutlich und die Frauen ­lernten voneinander.

Welche Konfessionen sind in dem Weltgebetstagskomitee vertreten?

In den unterschiedlichen ökumenischen Konstellationen sind Pfingstkirchen, Katholikinnen, ­Anglikanerinnen, Quäkerinnen und methodistische Frauen zusammen. Sie haben sich in den letzten Jahren sehr bemüht, auch den Generationenwechsel zu vollziehen und ­jüngere Frauen mit ins Boot zu holen. Unter dem Slogan „Y-pray?“ („warum beten?“), gelang es, einige jüngere Frauen zu gewinnen, die jetzt auch im Komitee sind. Das ist auch wichtig für die Diversity.

Inwiefern spielen die Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland für den ­Weltgebetstag eine Rolle?

Das ist eine gute Möglichkeit, ­darüber zu informieren und zu sprechen. Das Thema wird sonst in England kaum wahrgenommen. In der Presse werden vor allem die Schwierigkeiten und Engpässe infolge des Brexit thematisiert. Durch die neuen Brexit-Regeln ist Nord­irland stärker betroffen von Importschwierigkeiten und gekappten Verbindungen, die vorher problemlos liefen. Brexit-Gegnern war schon vor dem Referendum klar, dass der irisch-nord­irische Frieden auf dem Spiel steht. Die politische Tragweite der Brexit-Entscheidung wurde von den meisten nicht wahrgenommen.

Was gibt Ihnen Hoffnung für die Frauen in England und jetzt auch in der Ukraine?

Die Solidarität miteinander. Ich finde es wichtig, dass wir den Blick nicht abwenden, sondern überlegen, wie wir mit unseren begrenzten Möglichkeiten helfen können. Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Aber für diese eine Frau in ihrer Situation macht es einen ­großen Unterschied, wenn ich ihr meine Zeit, meine Hilfe, mein Gebet und mein Geld anbiete. Da setze ich meine ­Hoffnung an. Wir können mit unserer Nachbarin, mit einem Menschen ­an­fangen, und dann jeden Tag ein ­anderer. Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten kleine Dinge tun, dann wird die Welt sich verändern. Daran glaube ich.


Die Stadt Sheffield, bis in die 1980er Jahre Stahlmetropole, liegt im Norden Englands. Mit 585000 Einwohnern zählt sie zu den größten Städten des Landes.

Der Sender Bibel TV sendet am 4. März um 19 Uhr einen Gottesdienst zum Weltgebetstag. (Wiederholungen: Sa, 5. März, 14 Uhr und So, 6. März, 11 Uhr).

Parallel dazu läuft die Online-Premiere des Gottesdienstes über den YouTube-Kanal des Weltgebetstages (weltgebetstag.de) sowie bei Facebook. Am 4. und 5. März wird online die barrierefreie Version mit Gebärden­sprache ausgestrahlt.

Aus die Kirche 2. März 2023 / Newsletter Abruf: 3.03.2022

„Zukunftsplan: Hoffnung“

So lautet der offizielle deutsche Titel des Weltgebetstages 2022.

Frauen aus England, Wales und Nordirland haben die Gottesdienstordnung verfasst für diesen Höhepunkt der weltweiten Frauenökumene. Von Taiwan bis Kuba werden Frauen unterschiedlicher, christlicher Konfessionen die Gottesdienste zum Weltgebetstag vorbereiten und leiten.

Gefeiert wird dann weltweit am Freitag, den 4. März 2022: Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche – alle sind dazu herzlich eingeladen!

Drei Gastgeberländer - Und was ist mit Schottland?

2022 hat der Weltgebetstag drei Gastgeberländer – aber nicht ganz Großbritannien.

Schottland und die Republik Irland haben aus historischen Gründen eigene Ko­mitees, die in sehr engem Kontakt mit dem EWNI*)-Komitee stehen. Trotz der vielen Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den Themenlän­dern auch deutliche Unterschiede. *) EWNI := England - Wales - Nord Irland

ENGLAND

England ist mit 130.000 km² der größte und am dichtesten besie­delte Teil des Königreichs – über 55 Millionen Menschen leben in England, das sind etwa 85% der Gesamtbevölkerung. Im Gegen­satz zu Schottland, Wales oder Nordirland hat England weder ein Landesparlament noch eine Lan­desregierung. Das 9 Millionen Menschen starke London ist nicht nur die Haupt­stadt Englands, sondern des ge­samten UK. Menschen aus mehr als 100 Nationen leben in diesem kosmopolitischen Schmelztiegel der Kulturen.

WALES

Die Waliser:innen sind stolze Menschen, die sich ihre keltische Sprache und Identität bewahrt haben – trotz vieler Versuche in der Vergangenheit, die walisische Kultur zu verdrängen. Heute sind alle Ortsschilder und Hinweise zweisprachig. Wales ist reich an Bodenschätzen. Die großen Koh­leminen waren einst sehr wichtig für Infrastruktur und Wohlstand. Cardiff, die Hauptstadt von Wales, hatte den größten Kohlehafen der Welt. Von der Schließung der Minen in den 1980er Jahren hat sich Wales wirtschaftlich bisher nicht erholt.

NORDIRLAND

Grüne Wiesen, zahlreiche Seen und Flüsse, unberührte Moor­landschaften, steile Klippen und einsame Buchten sind typisch für Nordirland. Seit dem Ende des Unabhängig­keitskrieges von 1919 – 1921 ist das englandtreue Nordirland von der unabhängigen Republik Irland getrennt. Jahrzehntelange gewaltsame Konflikte zwischen den protestantischen Unionisten und den katholischen Republika­nern, die eine Wiedervereinigung mit der Republik Irland anstreben, haben Nordirland erschüttert und auf beiden Seiten tiefe Wunden hinterlassen. Erst mit dem Karfreitagsab­kommen von 1998 wurden die be­waffneten Auseinandersetzungen beendet. Infolge des Brexits haben die Spannungen erneut zugenommen. 

Alle Länderinformationen und mehr können Sie auf dem Flyer nachlesen. (PDF-Download hier.)

England, Wales & Nordirland auf einen Blick

Bevölkerung:
England 55 Millionen Menschen,
Wales 3 Millionen,
Nordirland 2 Millionen

Religion:
konfessionslos 52 %,
Christentum 38 % (davon anglikanisch – Church of England, 12 %, römisch-katholisch 7 %, presbyterianisch 2 %, methodistisch 1 %, Baptisten 0,5 %),
Islam 6%,
Judentum 0,5 %,
andere 3 % (Vereinigtes Königreich)

Politisches System: parlamentarische Monarchie

Gehalt: 1970: Gesetz über die Gleichheit des Arbeitsentgelts (Equal Pay Act), trotzdem beträgt die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in UK 15,5 % – regional sehr unterschiedlich, in London 30 % (vgl. D: 19 %)

Armut: 2019 von Armut bedrohte Personen: 23,1 % (vgl. D: 17,4 %)

Durchschnittliche Lebenserwartung:
Männer 79,4, Jahre; Frauen 83,1 Jahre (vgl. D: Männer 78,6 Jahre; Frauen 83,4 Jahre)

Einstimmung & Titelbildanimation

Letzte Änderung am: 16.09.2022